BME-Studie “Elektronische Beschaffung 2011″: Ablehnung E-Sourcing gegen Wirtschaftlichkeitsgebot!

27,2 % der befragten Unternehmen halten elektronische Ausschreibung für nicht relevant, so die BME-Studie „Stimmungsbarometer Elektronische Beschaffung 2011“. Ins Feld führen die Gegner vor allem 4 Argumente. Unterwerfen wir diese, wie angekündigt, einem Realitätscheck:

1)    „E-Sourcing bringt keine signifikanten Einsparungen“

Richtig ist, dass Einkaufspreise nicht sinken. Von der Fraglichkeit immer günstigerer Stückpreise speziell im Facility Management abgesehen – wieso sollten sie, nur weil das Medium wechselt? Ein 1 Kilometer entferntes Ziel bleibt 1 Kilometer entfernt, unabhängig davon, ob ich zu Fuß oder mit dem Auto starte. Mit letzterem meistere ich aber die Distanz schneller.

Richtig ist aber auch, dass Prozesskosten erheblich gesenkt werden, mitunter um 60 %, so unisono die Berechnungen elektronisch ausschreibender Unternehmen. Vorteile durch Zeitgewinn, Fehlerreduktion sowie Standardisierung noch gar nicht mitgerechnet. Praxisbeispiel im Facility Management zur Veranschaulichung? Angebotsauswertung bei einer TGM-Ausschreibung mit über 100 Preispositionen und 10 Anbietern: Mit E-Sourcing kann per Mausklick Computer-gestützt ein Preisspiegel einschl. günstigster Positionen, Mittelwerten, Abweichungen von Schätzpreisen, Idealanbieter generiert werden. Ohne E-Sourcing muss sich alleine bei diesem Prozessschritt ein ggf. teurer Mitarbeiter einige Tage mit Excel „bespaßen“. Eine große deutsche Bank hat sich durch den Schritt ins Web alleine bei Bau- und FM-Ausschreibungen jährliche Kopier- und Versandkosten von über einer halben Million Euro gespart! Auch das Argument der „Eh-da-Kosten“ der Mitarbeiter ist weniger Ausdruck von professionellem Personal- und Aufgabenmanagement als Huldigung der Beschäftigungstherapie.

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2)    „Beschaffungsvolumen gering, deswegen unwirtschaftlich“

Da werden Kosten elektronischer Ausschreibungstools offensichtlich überschätzt. Professionelle, bewährte Lösungen sind einschl. Servicedesk bereits für unter 200 Euro pro Ausschreiber und Monat verfügbar, bei größeren Ausschreiberpaketen noch günstiger. Bieter sind in der Regel nicht kostenpflichtig. Intuitive Menüführungen und Hilfen halten den Schulungsaufwand überschaubar. SaaS spart eigene IT- und Infrastrukturkosten. Die Vorteile elektronischer Ausschreibung können also mit vergleichsweise geringem Aufwand realisiert werden.

Auch die 2 weiteren Einwände werden unter der Lupe eher kleiner denn größer … in der Blogfortsetzung zu besagter Studie.

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