Energie aktiv managen und dabei Kosten senken? Auch mit der Neuregelung des EEG 2014 weiterhin Wettbewerbsvorteile sichern!

Die Bundesregierung hat am 27.06.2014 die Neuregelung des EEG beschlossen. Das Gesetz tritt ab dem 01. August 2014 in Kraft und bringt Neuregelungen bei der Besonderen Ausgleichsregelung (§63 ff. EEG 2014) mit. Die Besondere Ausgleichsregelung wurde überarbeitet und auf einen europarechtskonformen Stand gebracht. Das noch laufende Beihilfeverfahren zwischen der EU-Kommission und der Bundesrepublik bezüglich der Besonderen Ausgleichsregelung des bis jetzt geltenden EEG 2012 wird jedoch durch das Inkrafttreten des EEG 2014 nicht aufgehoben.

Für stromintensive, im internationalen Wettbewerb stehende deutsche Industrieunternehmen spielt bezahlbare Energie für Produktionsprozesse eine existenzielle Rolle. Bedingt durch die Energiewende und den damit einhergehenden steigenden gesetzlichen Abgaben ist das oberste Ziel für Industrieunternehmen die eingesetzte Energie auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren sowie mögliche steuerliche Vorteile zu sichern. Stromintensive Unternehmen haben die Möglichkeit, durch das Betreiben eines Energiemanagementsystems (nach DIN EN ISO 50001) oder eines Umweltmanagementsystems (EMAS) die Besondere Ausgleichsregelung des EEG sowie den Spitzenausgleich (Spitzenausgleich-Effizienzverordnung – SpaEfV) wahrzunehmen.

Die Neuregelung des EEG bringt Veränderungen bezüglich der Besonderen Ausgleichsregelung mit, die antragstellende Unternehmen für das Jahr 2014 unbedingt beachten sollten. Im Vergleich zur Regelung im EEG 2012, sind antragsberechtigte Unternehmen in Branchen beschränkt die aus Sicht der Energiebeihilferichtlinien der EU Kommission als stromkosten- und handelsintensiv eingestuft werden. Zudem wurde die Regelung bezüglich der Stromkostenintensivität von einheitlich 14% auf 16% bzw. 20% verändert (§61 ff. EEG 2014). Im Folgenden werden wesentliche Neuregelungen im Detail erläutert:

Neuregelungen für die Besondere Ausgleichsregelung ab dem Antragsjahr 2014:

  • Unternehmen zahlen zukünftig 15% der EEG Umlage. Es gelten Obergrenzen von 4% der Bruttowertschöpfung bzw. 0,5% für besonders stromkostenintensive Unternehmen (sog. Cap bzw. Super-Cap).
  • Grundsätzlich wird die erste GWh voll belastet. Für alle darüber hinaus gehenden Verbräuche wird mindestens 0,1 Cent/kWh (sog. Mindestumlage) belastet.

Bedingungen für die Besondere Ausgleichsregelung ab dem Antragsjahr 2014:

I.        Antragsberechtigung
Antragsstellende Unternehmen müssen einer der gelisteten Branchen angehören (Die Listen 1 und 2 finden Sie als Anlage 4 zum EEG 2014).

II.        Mindestverbrauch
Im vorhergegangenen Geschäftsjahr ist mindestens 1 GWh Strom verbraucht worden.

 III.        Stromkostenintensivität
Anteil der Stromkosten an der Bruttowertschöpfung (Stromkostenintensität) ist mindestens 16% für die Liste 1 (ab dem Antragsjahr 2015: mindestens 17 Prozent) bzw. 20% für die Liste 2.

IV.        Ausschlussfirst
Für das Antragsjahr 2014 ist bis zur Ausschlussfrist am 30.09.2014 der Antrag auf die EEG Umlage Begrenzung bei der BAFA einzureichen.

V.        Zertifiziertes Energiemanagementsystem
Energieintensive Unternehmen mit hohem Stromverbrauch bekommen die Reduzierung der EEG-Umlage nach der Besonderen Ausgleichsregelung des EEG nur dann gewährt, wenn sie ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (nach DIN EN ISO 50001) eingeführt haben.

Wie oben erläutert, ist das Betreiben eines zertifizierten Energiemanagementsystems Voraussetzung für die Besondere Ausgleichsregelung sowie dem Spitzenausgleich nach Energie- und Stromsteuergesetz. Übergreifend orientiert sich die DIN EN ISO 50001 an dem PDCA-Ansatz (Plan-Do-Check-Act) und sieht einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess der Energieverbräuche und Kosten vor. Der Standard ISO 50001 beschreibt die Anforderungen wie ein Energiemanagementsystem einführen und zu betreiben ist. Die erfolgreiche Einführung eines Energiemanagementsystems verbessert die Energieeffizienz und senkt die damit verbundenen Energiekosten. Zudem steigern Unternehmen ihre Wirtschaftlichkeit und erhöhen ihr „Corporate Image“.

Sie wollen mehr über die Neuregelungen des EEG 2014, Antragsstellung, Energiemanagementsysteme oder weiteren Möglichkeiten zur Sicherung steuerlicher Vorteile erfahren? Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zu diesen Themen zur Verfügung. Außerdem bieten wir zu diesem Thema ein kostenloses Webinar an:  “Energiemanagement im Maschinenbau” am 23.09.14. Ich freue mich auf Ihre Meinungen im Blog und die anschließende Diskussion in unserem Webinar.

 

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