excellence in real estate: 8 Fragen an… Syngenta Crop Protection AG

Anlass: xRE Intensivseminar Corporate Real Estate Management am 4. Mai 2012

Name: Herr Thomas Wissler, Service & Contract Manager Basel, Projektleiter Ausschreibung Nordwest-Schweiz, Syngenta Crop Protection AG

 

1. Herr Wissler, was ist für Sie excellence in real estate?

Schwer zu definieren, ich würde sagen, excellence in real estate ist die strategische Bündelung der relevanten Teildisziplinen, also Facility Services, Asset Management, etc. Die dazu erforderliche Management Attention ist nicht selbstverständlich.

Gefordert ist also strategisches und trotzdem bedürfnisorientiertes Management. Was heißt bedürfnisorientiert? Die Bedürfnisse der Nutzer müssen bekannt sein, beispielsweise bei Ausschreibungen von technischen Services: Diese verlaufen zumeist so, dass eine Dienstleistung anhand des am Markt Üblichen, des Angebots definiert und anschließend zur Bepreisung angefragt wird. Trifft man damit die Bedürfnisse der Nutzer wirklich? Meine Erkenntnis heute: bedürfnisorientiertes Marketing. Ich muss herausarbeiten, was der Kunde will und braucht. Die Konzepte und Strategien sind entsprechend anzupassen. Natürlich gibt es das Problem der Verhältnismäßigkeit. Hier muss die Balance zwischen „so viel wie nötig“ und „so viel wie möglich“ gefunden werden.

 

2. Was hat sich im Bereich CREM in den letzten Jahren am stärksten verändert?

Früher gab es nur die klassische Liegenschaftsverwaltung: Flächenmanagement, Mietverträge, Nebenkosten, etc. Heute geht es um ganzheitliches CREM: Informationsbeschaffung inklusive Benchmarks, Marktanalysen, Marktbeobachtung, Gebäudebewirtschaftung, z.B. Bausubstanzerhaltung, Facility Management mit den klassischen Disziplinen IGM, TGM und KGM. Allerdings ist diese Bündelung noch nicht überall vollzogen. Das ist ein großer Schritt im Vergleich zur klassischen Liegenschaftsverwaltung.

 

3. Wo sehen Sie aktuelle Herausforderungen im Corporate Real Estate Management?

Aktuelle Herausforderungen sehe ich im Bereich Reporting und Datenhoheit bei Dokumenten. Zum Beispiel bei einer Ausschreibung ist es von Vorteil und auch geboten, valide Daten vorliegen zu haben. Diese Tatsache muss auch von den einzelnen Unternehmensabteilungen stärker verinnerlicht werden. Das mag zwar Initialaufwand bedeuten, gepflegte Daten inklusive einer Historie erlauben aber auf der einen Seite jederzeit eine Ausschreibung. Auf der anderen Seite wird Abhängigkeit vom Dienstleister, der nicht mehr zu jeder Anlage gefragt werden muss, reduziert. Auf diesen angewiesen zu sein, ist ein ungutes Gefühl. Es geht letztendlich auch um Flexibilität und Risikomanagement.

 

4. Was erwarten Sie in Zukunft von Ihren CREM-Dienstleistern?

Ich denke, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wichtig ist mir aber, unabhängig von der Losvariante, dass sich ein Vertrauensverhältnis zwischen uns und dem Dienstleister entwickelt. Wir kaufen zwar Serviceleistungen ein, aber letztendlich ist es People-Business. Ich möchte vom Auftragnehmer mit meinen Ansprüchen verstanden werden. Dazu muss dieser unsere Situation kennen und sich unser Vertrauen verdient haben. Auch Kommunikation ist ein Schlüsselwort.

 

5. Wird sich die Rolle des Corporate Real Estate Managements verändern, wenn ja wie?

Steuerung und Controlling des Dienstleisters gewinnen an Gewicht. Für die operative Detailarbeit haben wir die Dienstleister. Ich bin eigentlich im Cockpit, der Pilot.

 

6. Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit?

Mich begeistert, dass ich eine große Leistungspalette betreue, das ist sehr spannend. Unter anderem betreue ich arbeitsmedizinische Dienste, Security, Services für Infrastruktur, Heizung- Luft- und Klimaspezialisten. Es ist sehr spannend, mit dieser großen Bandbreite und den verschiedenen Menschen zu tun zu haben. Firmenintern bin ich zudem Drehscheibe zum Einkauf, zu den Finanzen sowie zur Rechtsabteilung. Die Vielschichtigkeit der Kontakte macht mir großen Spaß.

 

7. Welche Projekte liegen Ihnen aktuell besonders am Herzen?

Vor rund einem Jahr haben wir eine Ausschreibung über drei Werke in der Schweiz durchgeführt, mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen. Es war anspruchsvoll, verschiedenartige Bedürfnisse der einzelnen Werke in einem Leistungsverzeichnis abzubilden, die Ausschreibung zu lancieren und den ganzen Prozess zu betreuen. Derzeit befinden wir uns im Endspurt, bei der Vertragsunterzeichnung. Daran schließt sich die interessante Phase der Implementierung an.

 

8. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsrezept?

Ich denke, ich bin pragmatisch und lösungsorientiert. Probleme versuche ich schnellstens zu lösen und stelle sicher, dass sie möglichst nicht mehr vorkommen. Die Suche nach Schuldigen ist sekundär. Ich versuche, pragmatisch an Aufgaben heranzugehen. Ein Idealzustand ist selten. Es gilt aber, diesem nahe zu kommen.

 

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