excellence in real estate: 8 Fragen an… TÜV SÜD Immobilien Service GmbH

Anlass: xRE Intensivseminar Corporate Real Estate Management am 4. Mai 2012

Name: Herr Heribert Seiderer, Leiter Gebäudemanagement, TÜV SÜD Immobilien Service GmbH

 

1. Herr Seiderer, was ist für Sie excellence in real estate?

Excellence habe ich für mich als Güte übersetzt. Also Güte in der gesamten Gebäudebewirtschaftung von der Entstehung bis zum Ende. Das ist eine immense Aufgabe. Hier gibt es drei große Themen: Erstens, der Bedarf – was braucht der Nutzer –, zweitens, die Umsetzung – das Projektmanagement und drittens der Betrieb. Große Interessensunterschiede erschweren das Ganze: Erstens kann der Nutzer oft nicht genau spezifizieren, was er braucht. Zudem gibt es Wünsche und Vorgaben, deren Umsetzung teuer sind. Zweitens muss das Projektmanagement sehen, dass Bau und Errichtung im wirtschaftlichen Rahmen bleiben und Mieten damit auch bezahlbar. Der Betrieb, häufig beim Bau nicht im Fokus, muss dann mit „Sünden“, aus Planung und Bau, leben und häufig Kompromisse eingehen. Excellence ist für mich also Güte im Gesamtlebenszyklus.

 

2. Was hat sich im Bereich CREM in den letzten Jahren am stärksten verändert?

Die Kluft zwischen strategischer und operativer Ebene ist größer geworden und wird weiter zunehmen. Ohne Strategie gibt es kein echtes Vorankommen. Letzteres sehe ich als meine Aufgabe an. Ohne Strategie, ohne übergeordnete Überlegungen, geht es  nicht. Entscheidend ist nicht nur die richtige Strategie, sondern auch die Umsetzung dieser bis zur operativen Ebene.

 

3. Wo sehen Sie aktuelle Herausforderungen im Corporate Real Estate Management?

Die Diskrepanz zwischen Strategie und operativem Betrieb ist überbrückbar, indem frühzeitig Überlegungen angestellt werden, wie nach der Errichtung des Gebäudes der Betrieb gestaltet werden kann. Die gesamtheitliche Lösung ist die Herausforderung.

 

4. Was erwarten Sie in Zukunft von Ihren CREM-Dienstleistern?

Die Dienstleister sollten ihre Aufgaben gewissenhafter übernehmen. Beispiel Betreiberverantwortung: Wenn wir unsere Verantwortung an einen Dienstleister delegieren, wollen wir das wirklich mit gutem Gewissen tun.

Vor Auftragsbeginn müssen sich CREM-Dienstleister stärker dem Thema Qualität stellen. Dazu ist die erwartete Qualität genau zu definieren, damit beide Seiten eindeutig wissen, was die Erwartungshaltung ist.

 

5. Wird sich die Rolle des Corporate Real Estate Managements verändern, wenn ja wie?

Ich denke, dass es zu einer Zergliederung kommt in fachliche Themen, Verantwortungsthemen (z.B. Betreiberverantwortung), Einkauf und operativen Bereich. Dennoch ist das Zusammenspiel entscheidend. Die wünschenswerte Gesamtheit liegt aus meiner Sicht im Moment noch in weiter Ferne.

 

6. Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit?

Die Herausforderung und neue Aufgaben. Mit meinem Hintergrund als Techniker ist für mich Gebäudemanagement ein ideales Betätigungsfeld. Es gibt ständig technische Neuerungen, neue Erkenntnisse und daraus resultierende Herausforderungen, z.B. bei Themen wie Gebäudeleittechnik oder Medientechnik. Gebäudekonzepte werden weiter, beziehungsweise neu entwickelt, Bewährtes gilt es einzubringen. Die Vielfältigkeit der Themen ist der Anreiz für mich.

 

7. Welche Projekte liegen Ihnen aktuell besonders am Herzen?

Standardisierung, Professionalisierung und Praktikabilisierung von Verträgen und Tools. Damit werden diese lebbar und erfolgreicher für alle Beteiligten einschließlich operativer Bereiche. Mitarbeiter können sich verstärkt dem Kerngeschäft widmen und werden weniger mit organisatorischem Aufwand belastet. Eine einheitliche Systematik ist zudem für alle Beteiligten leichter zu lernen.

 

8. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsrezept?

Es gilt, die übergeordnete Perspektive nicht zu verlieren, um die „Schmerzen“ der Dienstleister, Mitarbeiter, Nutzer und Abteilungen unseres Unternehmens verstehen zu können. Ich denke nicht, dass alleine mit Vorgaben ein harmonisches und gesichertes Miteinander möglich ist. Dennoch sind für erfolgreich gelebte Konzepte auch Arbeitshilfen sehr wichtig, beispielsweise verständliche Checklisten oder Tools. Nicht zuletzt muss den Anforderungen der fortschreitenden Dokumentationswut standgehalten werden.

 

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