Facebook, mapolis und Co.: traditionelle Immobilienwirtschaft unterschätzt Social Media

Facebook-Hype hip in Zeitungen

Kaum eine Tages- oder Wirtschaftszeitung, die derzeit sozialen Netzwerken nicht mindestens einen zentralen Artikel widmet, berauscht von dieser herausstechenden Entwicklung im Web2.0. In der Süddeutschen Zeitung ist die Rede von der „100-Milliarden-Wette“. Das Handelsblatt titelt sogar „Die Facebook-Ökonomie“ und liefert dazu einen Schwerpunktbeitrag nach.

Plagiate derzeit nicht nur in Dissertationen modern …

Die meisten Berichte gleichen sich – auch in Unverständnis und Oberflächlichkeit, letztere vielleicht Grund für ersteres:

§  ein Foto Mark Zuckerberg (fast immer dasselbe)

§  Altbekanntes und Staunen zu Facebook: 700 Mio. User (Juni 2011), beinahe 400.000 Likes pro Minute, geschätzter Firmenwert mittlerweile 100 Milliarden Dollar – „Wirtschaftsleistung von Vietnam“, „so viel wie Daimler, Lufthansa und Adidas zusammen“ …

§  Erwähnung des – erfolgreichen – Börsengangs von LinkedIn

§  die zumeist mit der Artikeltonalität schon beantwortete Frage „Boom oder Blase“ mit Referenz zur ehedem zusammengebrochenen New Economy

§  obligater Hinweis zur Datenschutzproblematik: „Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat aus Ärger über Facebooks lasche Datenschutzbemühungen ihr Facebook-Konto gelöscht“ (Süddeutsche Zeitung, 15.06.2011). Bestimmt hat sich der Mark betrunken und seinen Börsenplan überprüft, als er das las! Werte Redakteure Frau Bernau und Frau Slavik, das ist mal keine neue und keine elementare Nachricht für die Erklärung des Phänomens Facebook und Co.

Blick nach vorne und Potentialanalyse fehlen

Vereinzelt werden Beispiele von Unternehmen angeführt, die Social Media für Imagebildung – Starbucks – , Personalsuche oder etwa Kundendienst – Twitterkanal „Telekom-hilft“ – nutzen. Konsequenzen für heute (noch) erfolgreiche Marktstrukturen werden jedoch nicht gezogen. Analysen und Vorausschau bleiben aus.

traditionelle Immobilienfachpresse verschläft Social Media

Keine Tages- oder Wirtschaftszeitung, die sozialen Netzwerken nicht mindestens einen zentralen Artikel widmet? Doch – die Immobilienfachpresse. Sie erweckt den Eindruck, als ginge die Immobilienwirtschaft Social Media nichts an. Die Redaktionen von Immobilien Zeitung, Der Facility Manager und immobilienmanager befinden sich damit in guter Gesellschaft mit dem Großteil der etablierten Branchenakteure. Laut Social Media Survey 2011 von DVFA und Deutscher EuroShop gaben fast 90 % der europäischen Investmentprofessionals an, Social Media Information sei vergleichsweise wenig wichtig.

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Social Media-Anwendungen werden Immobilienwelt und Immobilienwirtschaft grundlegend verändern!

Die Aussagekraft der Studie mag zu relativieren sein: Nur 4,7 % der Befragten hat geantwortet (wurde etwa Social Media für die Umfrage genutzt?). Dennoch – die Professionals und speziell solche aus dem Immobiliensektor scheinen beim Thema Social Media eher zu den Amateuren zu gehören. Mit Blick auf die rasante Entwicklung von Social Media vielleicht ein Fehler.

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Selbst die Süddeutsche schreibt, in Facebook findet sich die GANZE WELT, ohne jedoch die Schlussfolgerung zu ziehen: Die mit dieser ganzen, aber gänzlich anderen Welt einhergehenden Herausforderungen für altes und Möglichkeiten für neues Business um Real Estate sind groß. Und, weil wir erst am Beginn einer revolutionären Entwicklung sind, noch gar nicht absehbar. Neue Unternehmen wie mapolis treten auf den Plan – nicht mehr nur mit einer Fanpage in Facebook und der Aufforderung „Like us“, sondern mit eigenen, Mehrwert schaffenden Portalen, die die Immobilien- und Architekturwelt mit den Vorteilen sozialer Netzwerke und Web2.0 verbinden, z.B.:

§  Lokalisierung

§  Bewertung

§  Crowdsourcing

§  Wiki-Prinzipien

§  Augmented Reality

Wenn die Welt morgen dem gehört, der heute die Chancen erkennt, dann können Ignoranz und Berührungsängste erfolgskritisch werden. Heißt? Die Akteure der Immobilienwirtschaft – von A wie Architekt bis Z wie ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. – sind gut beraten, sich dem Phänomen Facebook, mapolis und Co. zu stellen.

 

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