Kerngeschäft first versus Investitionsbedarf im CREM: die richtige Klaviatur für taube Ohren

CREM-Manager? Mangelverwalter!

Sie verantworten das Corporate Real Estate Management Ihres Unternehmens. Und es ist nicht so, dass Sie keine sinnvollen Projekte vor sich haben. Seien es erforderliche Instandsetzung oder Modernisierung von Bau und Technik, moderne Flächen- und Arbeitsplatzkonzepte, wertigere Services, CAFM, Mitarbeiterentwicklung oder guter externer Rat. Die kosten auch etwas. Soweit so selbstverständlich.

Alle Ihre Investitionsanliegen werden erfüllt? Die Türe des CFO steht Ihnen offen und Sie kommen mit bestätigten Anträgen wieder aus seinem Büro? Streichkonzerte, Sparzwänge, Posteriorisierung sind Ausnahme und nicht die Regel? Taube Ohren im Management sind kein Thema? Sie stehen in der Reihe weit vorne? Nicht??? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Willkommen im Club der Mangelverwalter!

Die Königsfrage – Wie dem CFO lange Zähne machen?

Sie können jetzt resignieren (haben es vielleicht schon), sich in der Controlling-Abteilung bewerben oder aber Ihre Taktik und Kommunikation verbessern, um mindestens das Notwendige, besser noch, das Richtige zu erreichen, einschließlich Top-Management-Backing und gebotenen Budgets. Es geht also darum: Wie, wann und was sage ich der Unternehmensleitung? Es geht darum, wie Sie sich und Ihre Anliegen vermarkten – für Ihren Bereich, Ihre Kunden und letztendlich Ihr Unternehmen.

Zeitpunkt, Argumente, Trigger: ein kleiner Ratgeber

  • Entwickeln Sie ein CREM-Kommunikationskonzept. Erläutern Sie Ihrem Management, aber vor allem den CREM-Betroffenen (Mitarbeiter, Kunden, usw.), was CREM macht – und wozu.
  • Fragen Sie Management, Core-Mitarbeiter, Kunden, was sie erwarten und wollen – und zeigen Sie auf, wo und wie Ihre CREM-Vorhaben dazu beitragen.
  • Fordern Sie die Beteiligung in Planungs- und Strategiegremien ein, in korrespondierenden Sekundärprozessen, z.B. Energiemanagement, HR, IT, aber auch und gerade im Kerngeschäft.
  • Netzwerken Sie im Unternehmen, nicht nur um Verständnis und Unterstützung zu gewinnen, sondern um selbst im Informationsfluss zu sein und eigenes Verständnis zu Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungen zu verbessern.
  • Nutzen Sie Megatrends und Studien oder stoßen Sie selbst Untersuchungen an, z.B. zu Unternehmens- und Arbeitgeberimage, Arbeitsmarkt, Mitarbeitermotivation etc., und zeigen Sie, was CREM damit zu tun hat.
  • Nutzen Sie Umfeldtrigger, z.B. Änderungen CREM-relevanter Regularien und Gesetze.
  • Klinken Sie sich bei CREM-relevanten Anlässen proaktiv mit Vorschlägen und Projekten ein. Anlässe können sein: üppige Unternehmensergebnisse oder Sparprogramme, Strategieveränderungen, Übernahmen, Organisationsänderungen, Business Cases im Core, Innovationszyklen, neue Standortverantwortlichkeiten, Compliance, Personalthemen (Unzufriedenheit, Krankheitsstände, Kündigungen, Akquisition), Planungsrunden.
  • Begreifen Sie Krisen als Chance.
  • Analysieren Sie, was direkte Wettbewerber im CREM machen, zeigen Sie Best Practice, Erfolge und Fehler auf, benchmarken Sie – am Markt und im Unternehmen.
  • Suchen Sie sich Verbündete mit kongruenten Zielen, die von Ihren Projekten profitieren: Human Resources, R&D, IT, ggf. auch den Betriebsrat.
  • Im Management können neue Pferde, die noch nicht ins System gefallen sind, und alte Hasen, die nichts zu verlieren haben, Promotoren sein.
  • Gehen Sie stufenweise vor, bauen Sie Projekte modular auf – und entwickeln Sie einen internen, ggf. vom offiziellen abweichenden Plan mit kurz-, mittel- und langfristigen Zielen. Manchmal hilft zudem ein trojanisches Pferd.
  • Vor allem: Begründen Sie Ihre Projekte qualitativ, z.B. risikotechnisch, produktivitätssteigernd, nachhaltigkeitsrelevant oder imagebezogen. Begründen Sie Ihr Projekt jedoch immer ebenso quantitativ: Zwingen Sie sich, die Vorteile Ihrer geforderten CREM-Investition zu rechnen und in Nutzwerten und Geld auszudrücken. Das mag mitunter schwer sein, z.B. bei den Auswirkungen eines neuen Möblierungskonzepts, aber es ist unerlässlich. Können Sie gar keine Zahlenwerte liefern, ist es eher Aufwand denn echte Investition und Ihre Pläne und letztlich Sie selbst bleiben mit Recht angreifbar.

CREM-Investitionen als zukunftswirksame Geldausgabe verstehen

Die Betriebswirtschaft definiert eine Investition übrigens als Zahlungsvorgang, der mit einer Auszahlung beginnt und spätere Einzahlungsüberschüsse erwarten lässt. Nur Investitionen sichern langfristig die Zukunft. Diese Sprache versteht insbesondere ein CFO. Es kommt also auf die Musik und den Musikanten an.

 

 

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