Leitfaden „Instandhaltung 2011“ der RealFM e.V. Teil 2

In meinem letzten Blogbeitrag zum Leitfaden „Instandhaltung 2011“ der RealFM e.V. habe ich die Frage aufgeworfen, wie man die Themen Werterhalt, Verfügbarkeit oder Wirtschaftlichkeit mit den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen übereinander bekommt. Diese Frage ist eine zentrale Frage des technischen Gebäudemanagements und wird maßgeblich über den Erfolg einzelner FM-Organisationen mit entscheiden. Der Leitfaden „Instandhaltung 2011“ hilft insofern weiter, als dass er konkrete Vorschläge zu wichtigen Wartungstätigkeiten macht. Gesetzlich vorgeschrieben sind diese jedoch nicht. Mit Ausnahme von Sachkundigen- und Sachverständigenprüfungen schreibt der Gesetzgeber leider nichts konkret vor. Die Kunst für Auftraggeber in der FM-Branche besteht jetzt darin, die Vorschläge des Leitfadens zu bewerten und daraus die für sie richtige Instandhaltungsstrategie abzuleiten und die vorgeschriebenen Prüfungen einzuhalten. Helfen können beispielsweise Corporates Antworten auf die Fragen:

  • Wie viel Budget steht zur Verfügung?
  • Wie kritisch ist ein Anlagenausfall für das Kerngeschäft?
  • Gibt es eine Back-up-Lösung bei Anlagenausfällen?
  • Wie lange soll die Immobilie und die technischen Anlagen darin genutzt werden?
  • Sind die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfintervalle bekannt?
  • Welche Risiken können eingegangen werden?

Pauschal kann die Frage nach Werterhalt, Verfügbarkeit oder Wirtschaftlichkeit nicht beantwortet werden. So kann es beispielsweise durchaus wirtschaftlich sein, technische Anlagen nicht zu warten und bereits vor Erreichen des Endes Ihrer technischen Lebensdauer durch neue Anlagen zu ersetzen. Ein klassisches Beispiel dafür ist Medientechnik in Besprechungsräumen.

Ebenfalls spannend ist für Auftraggeber die Frage nach der Steuerung und dem Controlling von Dienstleistern im Bereich der Instandhaltung. Hier hilft der Leitfaden nur Auftraggebern mit großen Eigenorganisationen und viel Know-how im Betrieb technischer Anlagen weiter. Ob der Dienstleister nämlich den Ölwechsel ordnungsgemäß durchgeführt hat oder nicht, ist nicht ohne Weiteres zu überprüfen wenn man sich nicht auf ein unterschriebenes Wartungsprotokoll verlassen möchte.

Welche „Steuerungs- und Controllingwerkzeuge“ sich in der Praxis bewährt haben lesen Sie in meinem nächsten Blogbeitrag.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar...

Impressum