Polizei ermittelt bei Cognis – Pflichten Betreiberverantwortung erfüllt?

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Nach Detonation im Düsseldorfer Cognis-Werk ermitteln nun Staatsanwaltschaft und Polizei. Die Ursache der Explosion ist bislang weiter ungeklärt, wie eine Sprecherin von Cognis mitteilte. Am Donnerstag, den 10. Februar 2011 war es auf dem Henkel-Werksgelände zu einer Knallgasexplosion in einer Cognis-Produktionsanlage gekommen. Cognis gehörte bis 2001 zu Henkel und sitzt seit dem auf dem Henkelgelände. Inzwischen gehört Cognis zur BASF-Gruppe. 

Die FM-Branche blickt mit Spannung auf die Ermittlungsergebnisse und stellt sich die Frage, ob Cognis eine lupenreine Dokumentation im Sinne der Betreiberverantwortung aufweisen und sich somit vor enormen Regressforderungen schützen kann.

Die Anforderungen des Gesetzgebers an die sorgfältige Wahrnehmung von Verantwortung durch Unternehmen und die darin handelnden Personen haben sich in den letzten Jahren laufend verschärft.

Durch neue und geänderte Vorschriften von Bund, Ländern und Gemeinden werden Unternehmen (z. B. als Eigentümer und / oder Betreiber von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen) damit auch zunehmenden Haftungsrisiken ausgesetzt. Viele Führungskräfte sind sich dabei der möglichen Folgen noch gar nicht bewusst, die sich aus Fehlern oder Versäumnissen ihrer Unternehmen ergeben können und für die sie unter Umständen später persönlich haftbar gemacht werden. Begriffe wie „Betreiberverantwortung“ und „Organisationsverschulden“ werden nunmehr zwar in vielen Unternehmen diskutiert, die notwendigen Konsequenzen aber nur selten gezogen.

Oftmals gibt es in Unternehmen keine lückenlose und in sich widerspruchsfreie Aufgabenverteilung und Vertretungsregelung (Stichwort „Aufbauorganisation“) sowie nur eine mangelhafte Festlegung betrieblicher Arbeitsabläufe (Stichwort „Ablauforganisation“), was zur Gefährdung für Mitarbeiter, Dritte und die Umwelt führen kann. Vorgenannte Aspekte sind ureigene Aufgabe der Unternehmensleitung, die bei Versäumnissen im Schadensfall auch persönlich haftbar gemacht werden kann.

Wir sind gespannt, ob Cognis alle Risikoquellen wie z.B. Verantwortungslücken, unklare Rollenverteilungen, unzulängliche Schnittstellen, mangelhafte Aufgabendelegation an Fremdfirmen, Pflichtverletzungen insbesondere bei der Verkehrssicherung, nachlässiges Controlling, Dokumentationsdefizite sowie Regelwerksmissachtung ausschließen kann.

Alle, die sich unsicher sind, ob Ihr Unternehmen eine rechtssichere Dokumentation aufweisen kann, finden hier Hilfe. 

 
  1. Tobias Wagner schrieb:

    Finger in die Wunde gelegt! PS: Wir hoffen, dass die Verletzten wieder vollständig und schnell genesen.

  2. Lilian Riess schrieb:

    aktueller Stand Ermittlungen / Ursache Explosion Cognis: Eine Materialermüdung hatte nach einer Untersuchung des Tüv Rheinland dazu geführt, dass die Fettsäure-Produktionsanlage explodiert war. Jetzt wird nach den Ursachen der Materialschwäche gesucht. Inzwischen haben weitere Anwohner des Düsseldorfer Südens Schäden an ihren Immobilien angemeldet. Der Chemiekonzern hatte versprochen, für alle durch die Explosion entstandenen Schäden der Anwohner aufzukommen. Der Chemiekonzern Cognis will bislang keine Angaben zur Höhe des Schadens durch die Detonation oder die Lieferengpässe machen.Quelle: http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/Cognis-Prod

  3. Lilian Riess schrieb:

    Nun wird ein weiteres Gutachten darüber erstellt, wie es zum Materialversagen kommen konnte. Laut TÜV sei die Anlage den Vorschriften entsprechend regelmäßig überprüft worden, so die Sprecherin weiter.http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/materialversagen-war-der-grund-

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