Social Media und Immobilienwirtschaft: Ob Sie wollen, ist eigentlich irrelevant …

Unternehmen kommen nicht mehr an Social Media vorbei

Warum?

  •  Der Großteil der Menschen ist im Web, der Rest wird folgen. Nach der ARD / ZDF-Onlinestudie 2011 zur Internetentwicklung sind heute beinahe 75 % der Deutschen online (Vorjahr knapp 70 %). Bei den Ab-14-Jährigen stieg die Internetnutzung binnen eines Jahres von 49 auf 52 Mio.
  • Soziale Netzwerke und Communities sind das Internet: Über 43 % der Internetnutzer hat in diesen bereits ein eigenes Profil (Vorjahr 39 %). Unter den Jüngeren ist quasi jeder Webnutzer in mindestens einem Netzwerk aktiv.
  • Bei Nutzungsintensität und entgegengebrachtem Vertrauen sind soziale Netzwerke das Maß der Dinge.
  • Die Trennung zwischen privater und gewerblicher Nutzung, die in der mittlerweile beinahe uralten New Economy vorherrschte, erodiert seit Jahren. In Social Media sind die Welten heute praktisch verschmolzen. Die Menschen nutzen die Portale beruflich und privat – und unterscheiden dabei kaum mehr. Gerade das trägt zur Attraktivität von Social Media bei, nicht zuletzt für Firmen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Ergo: Facebook, LinkedIn und Co. sind der zentrale digitale Platz, wo sich die Menschen aufhalten, und die Cockpits, aus denen heraus sämtliche Webaktivitäten – Kommunikation, Suche, Bewertung, Geschäft etc. – erfolgen.

Spezialisierte Portale für die Immobilienwirtschaft stark am Kommen

Die Menschen? Konkret Mieter, Investoren, Einkäufer, Dienstleister, Financiers, Produktlieferanten … Entsprechend sind in der Real Estate-Branche spezialisierte Portale wie mapolis, architizer und andere auf dem Vormarsch. In mapolis, erst seit wenigen Monaten online, wurden bereits 30.000 Immobilien vernetzt, Zusammenhänge zwischen Immobilien, Unternehmen und Menschen werden durchsurfbar.

Aktive, Profiteure, Zögerliche, Ablehnende und Schlafmützen

Diesem Umstand stellen sich zunehmend die professionellen Immobilienakteure, angefangen von A wie Architekt bis W wie Wohnungswirtschaft. Die Vorteile von Social Media für Marktresearch, Personalakquisition, Vertrieb und Imagepflege werden erkannt. In der Folge tagt die BBA Akademie der Immobilienwirtschaft zu Netzwerken, Handwerkskammern und Verbandspräsidenten betonen die Wichtigkeit sozialer Medien, Dienstleister erkennen Präsentationsmöglichkeiten, die eigenen Homepages verschlossen bleiben, Makler programmieren Apps … Wobei, das darf gesagt werden, die Immobilienwelt bislang nicht gerade zu den Innovatoren und Vorreitern bei der Erschließung von Web2.0 und Social Media-Potentialen gehört. Passend fehlt deshalb das Z – der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. postuliert zwar: „Je vollständiger und leichter verfügbar relevante Informationen sind, desto transparenter, vollkommener und damit attraktiver ist der Markt. Als ordnungspolitischer Verband hat sich der ZIA zum Ziel gesetzt, durch geeignete Initiativen die Markttransparenz zu erhöhen, weil Transparenz die Grundlage für nationale und grenzüberschreitende Investments und ein erfolgsbestimmender und imageprägender Faktor für den Markt ist.“ Hält sich dann aber bei Social Media und Transparenzaktivitäten im Netz doch lieber noch mal zurück. Dazu passt es, wenn manch immobilienwirtschaftliches Schwergewicht die Erarbeitung von Marketing-Strategien für horrendes Geld planlos in Gänze an externe Agenturen outsourced – „man muss ja was machen“. Konsequent hat sich jede, mitunter im Vergleich zu ihrem Auftraggeber kaum webaffinere Agentur Social Media als Kompetenz auf die Fahne geschrieben – „ohne gibt’s ja gar keinen Auftrag“. Ebenso passend die Aussagen des einen oder anderen, vielleicht nicht nur physisch in die Jahre gekommenen Immobilienmanagers, der sich damit brüstet, „von dem Internet- und Netzwerkquatsch nichts zu halten“. Wohlweislich ohne sich auch nur einmal damit auseinandergesetzt zu haben. Sei es aus Bequemlichkeit, Überheblichkeit oder Berührungsangst. Ob die Führungskräfte, die zum Lesen einer Mail den Ausdruck ihres Sekretariats brauchen (gibt es), auch heute noch Führungskräfte würden? Natürlich hat, das im vollen Ernst und mit Respekt, jeder das Recht, sich technologischen Revolutionen zu verschließen, auch dauerhaft.

Netzwerke – kein Allheilmittel, aber eben Alltag und deswegen wichtig

Gefährlich wird es jedoch für Firmen, wenn der mit Blick auf Web und Social Media entstehende neue Analphabetismus geschäftsschädigend wird. Gewollt, aber eben auch ungewollt werden Firmen und Immobilien Thema im Netz, im Guten wie im Schlechten. Gar nicht in sozialen Netzwerken gefunden zu werden, ist dabei nicht unbedingt ein positives Zeichen: Schnell kann das Verkennen der Zeit zum Vergessen in der Zeit werden. Ist ja auch nicht so, dass die Fortune 500 heute die von 1955 sind. Oder die von heute die von morgen sein müssen.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar...

Impressum