Walk of fame: Frauen in der Immobilienwirtschaft, meine Herren!

Walk of fame im immobilienmanager

Der Titel der aktuellen Ausgabe des Magazins ist nicht gerade bescheiden: Walk of fame – die 100 wichtigsten Köpfe der Immobilienwirtschaft. Im Mai-Heft und in drei noch folgenden Ausgaben werden Personen vorgestellt, die durch Leistung, Konstanz, Innovationen kontinuierlich herausragen und die wichtigsten Entscheider und Berater der Branche sind. So die Redakteure im Vorwort, die dann die ersten 27 Köpfe vorstellen. Alle Köpfe mögen berechtigt Platz gefunden haben, alle spielen zweifelsohne eine wichtige Rolle in der Branche, manche tatsächlich eine außerordentlich wichtige.

Systematik nachvollziehbar?

Was vermisst der Leser? Fundierte Begründungen für die doch sehr subjektiv wirkende, mitunter auf Ankündigungen der Akteure beruhende und letztendlich oberflächliche Einschätzung der Autorenschaft. Das Niveau gehoben – Gott bewahre, nicht der Personen, aber der Auswahl und damit des Artikels – hätte die Konkretisierung besagter „Leistung, Konstanz und Innovationen“ und deren Benchmark. Also konkret, wer jetzt genau wie im Vergleich bei Leistung, Konstanz und Innovationen Spitze ist. Wohlgemerkt, als Person in seiner jeweiligen Rolle. Vielleicht wäre dann erkennbar gewesen, warum Herr Schäfer von Techem und nicht Herr Nemetschek oder Herr Homolka von Nemetschek oder Herr Mühling von der Developer Projektentwicklung und nicht Herr Schlag von MIB oder ein Manager von Hines Deutschland oder MEAG Aufnahme gefunden haben. Derartige Transparenz wäre wünschenswert. Nicht, weil dadurch Lob und Anerkennung an Seriosität gewinnen würden, sondern im Sinne von Tom Peters und Robert Watermans „in search for excellence“.

Kriterien; konkreter, breiter …

Zum einen sind die Auswahlkriterien also zu wenig konkret. Zum anderen wäre auch interessant, wenngleich mitunter schwerer zu messen, wer sich z.B. durch Professionalisierung der Branche, Beitrag zur Transparenz in intransparenten Branchenstrukturen, neue Prozesse, Kundenzufriedenheit, Rettung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Unternehmenssteuerzahlungen überdurchschnittlich verdient gemacht hat.

Frauen ins Rampenlicht und nach vorne!

Unter den 27 Köpfen ist das weibliche Geschlecht gerade zweimal vertreten, dies mit Frau Hönnicke und Frau von Cölln. Oh Boys … Um das Unwort Quote zu gebrauchen: Von den Frauen, sollte es einer vergessen haben – etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung, haben es demnach nur 7 % auf den Walk of fame geschafft?! Autorenteam schuld? Traurige Branchenrealität? Zurecht Männerdomäne? Alles wahrlich inakzeptabel! Wir freuen uns auf die erfolgreichen weiblichen Köpfe, auch und gerade in der deutschen Immobilienwirtschaft. Es gibt sie und es werden mehr. Wir freuen uns in diesem Geist auch auf die nächsten drei Ausgaben des immobilienmanagers zum Walk of fame.

PS …

Ob es Peter Ramsauer wohl in einer der nächsten Ausgaben auch auf den Walk of fame schafft?

 
  1. John-Paul Herrmann schrieb:

    Ich gehe mal nicht davon aus, dass man zahlen musste, um ins Leistungs-, Konstanz- und Innovationsranking aufgenommen zu werden.Aber dass das Blatt der Branche sich zu einem derart schwammigen Ranking hinreißen lässt, ist nicht weniger traurig.

  2. Martina Vallen schrieb:

    Transparenz läßt grüßen… Bewertungskriterien offen zu legen und damit Ranking nachvollziehbar zu machen sollte neben dem Anspruch seriöser und objektiver Beurteilung auch im Sinne der gelisteten „Köpfe“ sein. Wer will schon aus aus einer Art „Branchenklüngelei oder Vetternwirtschaft“ heraus im „Walk of Fame der Immobilienwirtschaft auftauchen?

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